Gedenk- & Aktionstage

Internationaler Tag der Regenbogenfamilien

7. Mai 2023

Lesedauer: ca. 2 Minuten
Foto einer Regenbogenfamilie

Am 07. Mai ist der internationale Tag der Regenbogenfamilien. Eine Familie bezeichnet man als Regenbogenfamilie, wenn sich mindestens ein Elternteil als queer identifiziert. Familien mit zwei Müttern erfüllen sich ihren Kinderwunsch oft durch eine Samenspende. Hier gibt es entweder die Möglichkeit einer Privatspende oder über eine Samenbank. Schwule Eltern nehmen häufig  Pflege- oder Adoptivkinder in ihre Familie auf. Es gibt auch Familien, in denen mehrere Menschen zusammen ein oder auch mehrere Kinder gemeinsam großziehen. Diese Personen können zusammen eine romantische Beziehung haben, müssen aber kein Liebespaar sein. Die Kinder wohnen hier abwechselnd bei den verschiedenen Elternteilen oder alle Familienmitglieder leben zusammen. Diese Familienform ist in Deutschland aktuell rechtlich nicht anerkannt, sodass sich Mitglieder der Mehrelternkonstellation entscheiden müssen, wer die elterliche Sorge übernimmt.

Leider gibt es für Deutschland keine genauen Zahlen, wie viele Regenbogenfamilien es gibt. Dies liegt zum einen daran, dass zu diesem Thema wenig geforscht wird und häufig nur homosexuelle Eltern gezählt werden. Die Ehe für alle gibt es zwar schon seit 2017, aber leider sind queere, verheiratete Eltern heterosexuellen Ehepaaren nicht gleichgestellt. In fast allen Fällen muss mindestens ein Elternteil das gemeinsame Kind erst noch adoptieren, was viel Zeit und Geld kostet. Auch ist eine gemeinsame Adoption nur möglich, wenn das Elternpaar verheiratet ist.

Trans Eltern erfahren heute noch sehr viel Diskriminierung aufgrund ihrer Geschlechtsidentität. Bringt ein trans Mann ein Kind auf die Welt, steht auf der Geburtsurkunde weiterhin der Name, welchen dieser vor seiner Transition hatte. Trans Frauen, welche ihre leibliche Elternschaft anerkennen lassen möchten, werden vor dem Gesetz aktuell noch als Vater angesehen.

Eine niederländische Studie aus dem Jahr 2020 zeigt, dass Kinder aus Regenbogenfamilien oft bessere Schulnoten haben und die Eltern deutlich motivierter sind als heterosexuelle Paare. Wir fordern deshalb eine Änderung des Abstammungsrechtes, damit queere Eltern die gleichen Rechte haben wie Heterosexuelle und nicht mehr staatlich diskriminiert werden.