Chronik

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Unsere Historie

Im Jahr 2022 feierten wir unser 30-jähriges Bestehen. Ein Anlass zum Feiern, aber auch einer um zurückzuschauen – auf Meilensteine, auf Erreichtes, auf die Historie der queeren Bewegung in und um Leipzig. Der Leipziger Christopher Street Day nahm seinen Anfang im Jahr 1992 mit einer kleinen, aber umso motivierteren Gruppe queerer Menschen und einer Handvoll Plakate vor der Moritzbastei. Doch wie ist es dazu gekommen und was ist seit dem passiert? Die Geschichte des CSD Leipzig ist natürlich eng verbunden mit der queeren Emanzipation in Deutschland insgesamt und mit den politischen Entwicklungen hierzulande, weshalb wir bei dieser Gelegenheit auch darauf einen Blick werfen möchten.

Wir möchten euch im Folgenden mitnehmen auf eine kleine Reise durch inzwischen mehr als 30 Jahre CSD in Leipzig.

Queere Emanzipation in den vergangenen Jahrzehnten

You never completely have your rights, one person, until you all have your rights.

Der historische Ursprung der weltweiten CSD-Bewegung liegt in den 1960er Jahren im New Yorker Stadtteil Greenwich Village in der Christopher Street. Zu dieser Zeit kam es immer wieder in Nachtclubs, die hauptsächlich von queeren Personen besucht wurden, zu Razzien durch die Polizei. Am 28. Juni 1969 begannen sich trans Frauen of Colour, Dragqueens, Lesben und Schwule, im Stonewall Inn gegen diese Willkür zu wehren und setzten sich gegen Verhaftung und Diskriminierung in tagelangen Straßenschlachten zur Wehr.

Es war ein Erweckungsmoment für Emanzipation und Gleichberechtigung, welcher in den folgenden Jahren und Jahrzehnten zu Befreiungsbewegungen rund um den Globus führte. Aus Angst wurde Mut, aus Verstecken wurde Stolz.

Am 28. Juni 1969 wurde im Stonewall Inn, einer Bar in der Christopher Street in New York (USA) der Grundstein für die CSD-Bewegung auf der ganzen Welt gelegt.⁠

In den 1960er Jahren waren polizeiliche Razzien, Schikanen und Beleidigungen in und um die Christopher Street, einem Treffpunkt der damaligen queeren Szene, an der Tagesordnung. Sie waren der Auslöser für den ersten ernstzunehmenden Widerstand gegen die willkürliche Diskriminierung von queeren* Personen in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 1969. Es folgten Straßenschlachten und Proteste gegen die Polizei, welche über mehrere Tage andauerten. Angeführt wurden sie von BIPoC, Dragqueens, trans Personen, Schwulen, Lesben und anderen queeren Personen. Zu den Aktivist:innen der ersten Stunde gehörten Menschen wie  z.B. Marsha P. Johnson, Joseph Ratanski und Sylvia Rivera. Es waren Menschen, die von der Gesellschaft verstoßen wurden und keine Safe Spaces besaßen.⁠

In Erinnerung an diese Gewalt und den Erweckungsmoment der queeren Community fanden in den folgenden Jahren und Jahrzehnten bis heute weltweit alljährliche Demonstrationen statt, die  „Christopher Street Day“ (CSD) oder auch „Pride“ genannt werden.

Die Geschehnisse in New York schlugen auch international hohe Wellen. In zahlreichen Großstädten in den USA und überall auf der Welt fanden bereits in den folgenden Monaten und Jahren nach den Aufständen die ersten Gay Pride Märsche und Paraden statt.

In Münster fand drei Jahre nach den Stonewall-Aufständen die erste queere Demonstration in Deutschland statt. Ende der 70er Jahre folgten auch in Berlin und Bremen ähnliche Demonstrationen. Aus Angst vor gesellschaftlicher Ächtung vermummten sich viele der Teilnehmenden.

Als “Gesetz über die Änderung der Vornamen und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit in besonderen Fällen” wurde das sogenannte Transsexuellengesetz (TSG) in Deutschland eingeführt. Es ermöglichte erstmals eine Änderung des Vornamens für trans Menschen. Das Gesetz enthielt zahlreiche höchst diskriminierende Regelungen, welche nach und nach durch das Bundesverfassungsgericht gekippt wurden. Auch nach über 40 Jahren geht das TSG noch immer an der Lebensrealität von trans Personen vorbei und muss dringend abgeschafft und durch ein Selbstbestimmungsgesetz ersetzt werden. Mehr dazu könnt ihr unter Punkt 10 unserer Forderungen nachlesen.

Der erste CSD in Leipzig – und auch der erste CSD in den neuen Bundesländern – fand nur rund drei Jahre nach der Wende und 23 Jahre nach den Stonewall-Aufständen statt. Unter dem kämpferischen Motto „Lesben und Schwule in die Verfassung!“ trafen sich etwa 100 Personen an der Moritzbastei. Organisiert wurde die Demonstration von mutigen Menschen wie Kathrin Darlatt, Peter Thürer, Eddy Stapel, Detlev Hüttig, Dr. Cornelia Matzke und Marion Ziegler. Eingeladen waren Mitglieder des Bundestages und „BürgerInnen und nicht nur Lesben und Schwule“. Schon damals war die Stadt Leipzig bzw. die „Beauftragten für gleichgeschlechtlichen Lebensweisen der Stadt Leipzig“ Mitorganisator:innen des allerersten Leipziger CSDs.

Wir sind besonders stolz und dankbar, dass einige der damaligen Aktivist:innen sich auch heute noch aktiv für den CSD Leipzig und die Belange der queeren Community in unserer Stadt engagieren.

Im Rahmen der ICD-10 streicht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität aus dem Katalog der psychischen Krankheiten. Die Neufassung trat ab 1994 weltweit in Kraft.

Der Beschluss der WHO wurde bereits am 17.05.1990 gefasst. Auf dieses Datum bezieht sich der ebenfalls alljährlich stattfindende Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT).

Mehr als 120 Jahre lang kriminalisierte der Paragraph 175 des Strafgesetzbuches Homosexualität und legitimierte die Verfolgung von homo- und bisexuellen Männern. Im Jahr 1872, zur Zeit des deutschen Kaiserreiches, erstmals eingeführt, existierte der Paragraph noch bis nach der Wiedervereinigung. 1935 wurde der Paragraph durch das NS-Regime verschärft, in dem die Beschränkung auf beischlafähnliche Handlungen gestrichen wurde und somit selbst Küsse und später auch “wolllüstige Absichten” unter Strafe gestellt wurden. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurden ca. 50.000 schwule Männer auf Grundlage des §175 verurteilt. Circa 5.000 bis 6.000 von ihnen wurden in Konzentrationslager deportiert. Dort wurden sie mit dem “rosa Winkel” gekennzeichnet und außerordentlich grausam behandelt.

Noch bis 1969 blieb der Paragraph in der BRD unverändert erhalten. In den Jahrzehnten danach erfolgten leichte Abschwächungen. Auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, welche den Paragraphen bereits im Jahr 1968 aufgehoben hatte, wurde §175 StGB mit der Wiedervereinigung für kurze Zeit erneut eingeführt, bis er 1994 schließlich im gesamten Bundesgebiet ersatzlos gestrichen wurde.

Es folgte ein jahrzehntelanger Kampf um die Rehabilitation der zu Unrecht verurteilten Männer. Erst am 22. Juli 2017 trat das Gesetz zur strafrechtlichen Rehabilitation der nach dem 8. Mai 1945 verurteilten Männer in Kraft. Für viele kam es leider zu spät.

Anlässlich des internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar 2023 gedachte der deutsche Bundestag erstmals ausdrücklich queeren Opfern des Nazi-Regimes. Weitere Infos hierzu könnt ihr in unserem News-Beitrag nachlesen.

In den Jahren nach 1992 fand der CSD Leipzig jährlich statt (siehe unten). Infolge der Wiedervereinigung zog es jedoch immer mehr junge queere Menschen in “den Westen”. Durch mangelndes Interesse und eine schrumpfende Community in Leipzig kam die CSD-Bewegung daher Ende der 90er Jahre vorerst zum Erliegen.

Weitere Einzelheiten zur Entstehung des Leipziger CSDs und den Ereignissen der 90er Jahre könnte ihr auch in Folge 21 unseres Podcasts „Inside CSD Leipzig“ nachhören.

Umgangssprachlich auch als “Ehe Light” oder “Homo-Ehe” bezeichnet, wurde in Deutschland im August 2001 die eingetragene Lebenspartnerschaft eingeführt. Sie ermöglichte es homosexuellen Paaren erstmals, ihrer Beziehung einen rechtlichen Rahmen zu geben. Während die Niederlande im selben Jahr bereits die Ehe für Alle einführte, wurde in Deutschland nur ein Kompromiss geschaffen, welcher gleichgeschlechtliche eingetragene Partnerschaften jedoch nicht vollständig zu heterosexuellen Ehen gleichstellte und somit weiterhin diskriminierte.

Nach einigen Jahren Pause startete die Leipziger CSD-Bewegung im Jahr 2004, initiiert durch den Student:innenrat (StuRa) der Universität Leipzig, erneut durch. Geboten wurde eine Veranstaltungswoche mit 22 Veranstaltungen. Zum Abschluss der CSD-Woche fand ein Straßenfest auf dem Nikolaikirchhof statt. Etwa 400 Menschen zogen demonstrierend durch die Innenstadt. Damals noch weniger bunt und zahlreich, dennoch mit wichtigen politischen Forderungen.

Bereits im Jahr zuvor setzte der StuRa mit dem Hissen der Regenbogenfahne vor dem alten Verwaltungsgebäude der Universität ein Zeichen für die Gleichberechtigung und die Sichtbarkeit der queeren Community und holte so die Aufmerksamkeit für die CSD-Bewegung „zurück“ nach Leipzig.

Dank eines Stadtratsbeschlusses konnte 2006 zum ersten Mal die Regenbogenflagge am Neuen Rathaus gehisst werden – allerdings nicht wie die anderen Flaggen an den Fahnenmasten direkt vor dem Hauptportal, sondern ein wenig versteckt an der Seite des Gebäudes, am Übergang zum Stadthaus. Erst im Jahr 2009 durfte die Regenbogenfahne auch vor dem Haupteingang des Leipziger Verwaltungssitzes wehen.

Im Jahr 2009 nahmen am CSD Leipzig erstmals mehr als 2.000 Besucher:innen teil – doppelt so viele wie im Vorjahr. In Kooperation mit der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig wurde im Vorfeld des CSDs eine Plakatkampagne durchgeführt, welche die Betrachtenden mit ihren Vorurteilen konfrontieren sollte. Plakate mit Aufschriften wie “Würden Sie Ihrer Nachbarin die Blumen gießen? – Obwohl Sie wissen, dass sie als Junge zur Welt gekommen ist?” wurden an vielen Stellen in Leipzig verteilt und sollten provokant zum Nach- und Umdenken ermutigen.

Queere Sichtbarkeit in der gesamten Gesellschaft ist eines der Hauptanliegen der CSD-Bewegung. Beim CSD 2013 sollte der Fokus ganz auf dem I in LGBTQIA liegen, welches für intersexuelle und intergeschlechtliche Menschen steht. Dies sollte auch in dem Motto “L(i)eben und l(i)eben lassen” widergespiegelt werden.

Nach der Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaft im Jahr 2001 wurden einzelne Rechte gleichgeschlechtlicher Partnerschaften immer weiter an die “traditionelle Ehe” angepasst. Meist als Folge von Verfassungsklagen queerer Personen.

Im Juni 2017 stimmte schließlich der Deutsche Bundestag über die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Menschen ab und beschloss mit einer Mehrheit von 393 Abgeordneten das entsprechende Gesetz. Neben den Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und DIE LINKE stimmten sogar einige Abgeordnete der CDU/CSU für das Gesetz. Zum 01. Oktober 2017 trat die Öffnung der Ehe in Kraft und die ersten gleichgeschlechtlichen Paare konnten – nach langen Jahren des Kampfes für gleiche Rechte – endlich heiraten.

Völlige Gleichstellung ab es allerdings auch mit der Ehe für alle nicht. Lesbische Mütter wurden und werden auch weiterhin im Abstammungsrecht benachteiligt.

In seiner Entscheidung vom 10. Oktober 2017 stellt das höchste deutsche Gericht fest, dass das allgemeine Persönlichkeitsrecht als Grundrecht auch die geschlechtliche Identität derjenigen Menschen schützt, die keinem der binären Geschlechter (männlich/weiblich) zugehörig sind. Das Gericht fordert die Bundesregierung dazu auf, im Personenstandsrecht für nonbinäre Menschen die Möglichkeit einer dritten Geschlechtseintragung zu schaffen. In der Folge kann nun als Geschlecht “divers” eingetragen werden.

50 Jahre nach den Stonewall-Aufständen war unsere Teilnehmendenanzahl erstmals fünfstellig. Unter dem Motto: “50 Jahre Stonewall – wir sind noch nicht fertig!” demonstrierten in Leipzig über 10.000 Menschen für gleiche Rechte und Sichtbarkeit von queeren Personen.

Anfang 2020 wurde das Leben der Menschen in Deutschland, Europa und auf der ganzen Welt auf den Kopf gestellt – das Corona-Virus verbreitete sich rasend schnell und zwang die Menschen Kontakte zu vermeiden und hierfür ihr Sozialleben und andere Aktivitäten stark einzuschränken.

Eine von den diesen Einschränkungen besonders stark betroffene Personengruppe waren queere Menschen, vor allem auf dem Land. SafeSpaces waren geschlossen, alleinstehende queere Menschen vereinsamten teilweise. Die Stadt Leipzig startete in Zusammenarbeit mit dem CSD die Kampagne “Du bist nicht allein”, um Menschen, vor allem in den ländlichen Regionen um Leipzig und in ganz Sachsen zu zeigen, dass sie nicht vergessen werden. In einigen Dörfern hing zum ersten Mal überhaupt eine Regenbogenflagge in Form eines Plakates. Neben viel Hass erreichten uns infolgedessen auch überwältigend viele, teils emotionale, Zuschriften von queeren Menschen aus allen Ecken des Freistaats.

Kontakte beschränken bedeutete aber leider auch, dass der CSD sich anpassen musste. Auch ohne traditionelle große Demonstration zum Abschluss der Veranstaltungswoche wollten wir zeigen, dass die queere Community zusammenhält. Aufgrund des dynamischen Infektionsgeschehens verzichtete der CSD Leipzig, wie viele andere CSDs auch, auf eine Demonstration. Stattdessen wurde auf dem Leipziger Marktplatz eine Ausstellung von Bildern der vergangenen Jahrzehnte mit einer kleinen Bühne für Redebeiträge organisiert. Mit Maske und Abstand versammelten sich einige Menschen und zogen individuell mit Pride-Fahnen durch die Innenstadt. Am Abend rundete ein politisches und unterhaltenes Abendprogramm via Livestream den Tag ab.

Mit der 2018 beschlossenen ICD-11 streicht die Weltgesundheitsorganisation mit Wirkung zum 01. Januar 2022 “Störungen der Geschlechtsidentität” aus dem Katalog der psychischen Krankheiten. Transgeschlechtlichkeit wird nunmehr endlich als natürliche Form von Geschlechtlichkeit anerkannt.

Und nun?! Alles erreicht?

Immer wieder kommt die Frage auf, ob es denn den CSD überhaupt noch braucht. Man könne ja jetzt heiraten, Kinder adoptieren, das Geschlecht ändern, was will man denn noch? Wir können darauf nur antworten: Einiges! Unser Forderungskatalog wächst eher, als dass er schrumpft.

Vom vollständigen Verbot von “Konversionstherapien”, über die Abschaffung des Transexuellengesetzes bis hin zur Beendigung der Diskriminierung bei der Blutspende sind auch 30 Jahre nach dem ersten CSD in Leipzig leider immer noch viele Punkte offen, welche für ein Ende der Diskriminierung queerer Menschen gelöst werden müssen. CSDs und queere Demonstrationen werden aber auch benötigt, um das Erreichte zu erhalten. Ein Blick in unsere Nachbarländer genügt, um festzustellen, wie fragil Gleichberechtigung und Menschenrechte leider sind.

Wenn rechte Bewegungen versuchen unsere Gesellschaft in längst überwundene Zeiten zurückzuversetzen, müssen wir umso lauter und sichtbarer sein!

Die Leipziger CSDs im Überblick

Über drei Jahrzehnte CSD in Leipzig, das sind Jahre in den wir viele inhaltliche Schwerpunkte bearbeitet und uns immer wieder selbst übertroffen haben was die Beteiligung bei der CSD-Demo angeht – und das nur dank euch allen! Nachfolgend findet ihr eine chronologische Übersicht der bisherigen CSDs mit den wichtigsten Eckdaten und dem jeweiligen Programmheft. Ab 2020 findet ihr jeweils auch einen detaillierten Rückblick mit Fotos von den Demos und Aufzeichnungen des Bühnenprogramms.

28. Juni 1992
„Lesben und Schwule in die Verfassung“

Erstmals versammelte sich unter diesem Motto in Leipzig eine kleine Gruppe queerer Menschen, um für ihre Rechte zu demonstrieren. Etwa 100 Personen nahmen am ersten Leipziger CSD in der Moritzbastei teil.

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16. Juni 1993
Schwulesbische Sommerparty

Im zweiten Jahr des Leipziger CSDs fand eine Sommerparty mit Redebeiträgen und Diskussionen in der Halle 5 in Connewitz statt.

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1994
Programmwoche anlässlich 25. Stonewall-Jubiläum

Zum 25. Jubiläum der Stonewall-Aufstände wurde – erneut in der Moritzbastei – ein buntes Programm an Veranstaltungen organisiert.

1995
Erstmals sichtbarer Protest in der Leipziger Innenstadt

In Zusammenarbeit mit Leipziger Jugendgruppen wurde eine öffentliche Aktion im Salzgässchen unweit des Marktes organisiert. Mit einem Banner wurde erstmals an zentraler Stelle auf die Belange der Community aufmerksam gemacht und Passant:innen aktiv angesprochen.

Dabei war die Beteiligung von Seiten der queeren Community, im Gegensatz zu den Vorjahren, aus Angst vor einem unfreiwilligen Outing und/oder möglichen persönlichen Konsequenzen deutlich zurückhaltender.

1996
Teilnahme an CSD-Demo in Dresden

Gemeinsam mit Akteur:innen aus der queeren Community wurden Shuttle-Busse organisiert, um an der Demonstration des CSD Dresden teilzunehmen. In Leipzig fanden erneut Lesungen und Diskussionen im geschützten Raum statt.

Zugleich wurden Stimmen aus der Leipziger Community lauter, auch hier eine Demonstration zu organisieren.
Aufgrund einer insgesamt schrumpfenden Szene und mangelndem Interesse, wurde der Leipziger CSD infolgedessen jedoch vorerst pausiert.

06. - 13. Juni 2004
„Gleiche Liebe – Gleiche Rechte“

Nach einigen Jahren Abwesenheit wird der CSD Leipzig durch den Student:innenrat der Uni Leipzig wiederbelebt. Etwa 400 Menschen zogen durch die Innenstadt.

Bereits im Jahr zuvor sorgte der StuRa mit dem feierlichen Hissen der Regenbogenfahne vor der Universität für mehr queere Sichtbarkeit in Leipzig und legt so den Grundstein für den endgültigen Durchbruch des CSDs in Leipzig.

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05. - 11. Juni 2005
„Liebe ohne Grenzen“

Der CSD Leipzig begann zu wachsen und es wurden erstmals über 30 Veranstaltungen für die Programmwoche organisiert.

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20. - 27. Mai 2006
„Liebe deine Nächsten“

Unter diesem Motto demonstrierten über 500 Menschen bereits im Mai in der Leipziger Innenstadt. In diesem Jahr wurde auch zum ersten Mal die Regenbogenflagge am Neuen Rathaus gehisst.

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14. - 21. Juli 2007
„Gleiche Chancen für gleiche Liebe“

Im Jahr 2007 wurde der inzwischen übliche Termin Mitte Juli etabliert. Außerdem hatte der CSD nun erstmals eine Botschafterin – eine Tradition, die seitdem fortgeführt wird. Mit Ulrike Lunacek hatte der Leipziger CSD zum ersten Mal ein Gesicht und zur Demo zogen bereits 800 Menschen durch die Leipziger Innenstadt.

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05. - 12. Juli 2008
„Wir sind Familie! – We are family! – Egy család vagyunk!“

Der Leipziger CSD knackt zum ersten Mal die Marke von 1.000 Teilnehmenden. Botschafter war in diesem Jahr der Leipziger Bürgermeister und Beigeordnete für Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule Thomas Fabian (SPD).

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04. - 12. Juli 2009
„Homophobie ist heilbar“

Das kontinuierliche Wachstum der Teilnehmendenanzahl geht weiter: bereits 2.000 Menschen nehmen in diesem Jahr am CSD in Leipzig teil. Zum 40. Stonewall-Jubiläum war mit Heiko Rosenthal (Die Linke) erneut ein Leipziger Bürgermeister Botschafter des CSD.

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09. - 17. Juli 2010
„Homophobie ist heilbar“

Neues Jahr – gleiches Motto. Erneut nehmen rund 2.000 Menschen am Leipziger CSD teil. Botschafter war der Comic-Zeichner Ralf König.

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02. - 09. Juli 2011
„Homophobie ist heilbar“

Aller guten Dinge sind drei: Erneut wurde ein besonderes Augenmerk auf das Thema Homophobie gelegt – in diesem Jahr insbesondere im Zusammenhang mit der katholischen Kirche und dem bevorstehenden Deutschlandbesuch des damaligen Papstes. Erstmals gab es zu diesem Anlass gleich drei Botschafter:innen: David Berger (Theologe), Tanja Walther-Ahrens (Profi-Fußballerin) und Wolfgang Tiefensee (ehem. Leipziger Oberbürgermeister, SPD).

Anmerkung:
Der CSD Leipzig distanziert sich rückblickend ausdrücklich von David Berger und dessen rechtspopulistischen Äußerungen in den Jahren nach seiner Rolle als Botschafter.

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07. - 14. Juli 2012
„Hinter dem Horizont geht’s weiter…“

In diesem Jahr war es uns ein Anliegen, auf Lebens- und Liebensweisen außerhalb der heteronormativen Welt aufmerksam zu machen. Botschafterin des CSDs war die damalige Leipziger Bundestagsabgeordnete Monika Lazar (Bündnis 90/Die Grünen).

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12. - 20. Juli 2013
„L(i)eben und l(i)eben lassen“

In diesem Jahr stand der CSD ganz im Zeichen des I in LGBTIQ* und beschäftigte sich intensiv mit Intergeschlechtlichkeit. Botschafter:in in diesem Jahr war Aktivist:in Lucie Veith.

Übrigens: Seit 2013 startete und endete unsere Demo jeweils auf dem Leipziger Marktplatz, wo im Anschluss auch das große Straßenfest stattfand, das traditionell die Leipziger CSD-Woche ausklingen lässt.

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11. - 19. Juli 2014
„Liebe hat kein Label“

Nachdem die Teilnehmendenzahl in den Jahren zuvor stagnierte, kletterte sie nun erstmals auf über 4.000 Personen. Die Rolle des Botschafters übernahm in diesem Jahr der damalige Rektor der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ (HMT) Leipzig, Robert Ehrlich.

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10. - 18. Juli 2015
„Du, ich, wir sind HOMOsapiens“

Zu dieser Zeit demonstrierten Initiativen wie die „Besorgten Eltern“ gegen sexuelle Aufklärung an Schulen und Bildungsinhalte zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Deshalb widmeten wir uns genau diesem Thema und hatten mit dem Stadtschülerrat Leipzig erstmalig eine Organisation als Botschafterin.

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08. - 16. Juli 2016
Sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten im Kontext von Religionen

In diesem Jahr beschäftigte sich der Leipziger CSD mit dem Thema Religion und speziell der Diskriminierung queerer Personen in ihren jeweiligen Glaubensgemeinschaften. Zu diesem Anlass war die Pfarrerin der Thomaskirche, Britta Taddiken unsere Botschafterin. An der Demo nahmen etwa 4.500 Menschen teil.

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07. - 15. Juli 2017
„Stop Hate!“

Der CSD Leipzig thematisiert die Radikalisierung in unserer Gesellschaft und den Rechtsruck in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Hierfür konnten wir die Initiative Queer Refugees for Pride als Botschafterin gewinnen. Die Teilnehmendenzahl kletterte auf 7.000 Personen.

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13. - 21. Juli 2018
„Gegen Rassismus, Sexismus, Homo-, Trans- und Interfeindlichkeit“

In diesem Jahr thematisierten wir weiter den Rechtsruck in unserer Gesellschaft und vor allem in Sachsen, dem Bundesland in dem die AfD im Vorjahr ihre höchsten Ergebnisse bei der Bundestagswahl erzielt hat und dem Ursprungsort der PEGIDA-Bewegung.
Als Botschafter:innen fungierten die queeren Jugendgruppen JungS und JuLe. An der Demo nahmen circa 7.500 Menschen teil.

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05. - 13. Juli 2019
„50 Jahre Stonewall – Wir sind noch nicht fertig!“

Zum 50. Jubiläum der Stonewall-Aufstände verzeichnete der CSD Leipzig erneut einen Besucher:innenrekord: Erstmals demonstrierten über 10.000 Menschen in der Leipziger Innenstadt für gleiche Rechte und Sichtbarkeit von queeren Menschen. Botschafterin war in diesem Jahr die LAG Queeres Netzwerk Sachsen.

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10. - 18. Juli 2020
„Du bist nicht allein!“

Die Corona-Pandemie hat natürlich auch den Leipziger CSD massiv beeinflusst und so war im Jahr 2020 leider keine große Demo mit anschließendem Straßenfest möglich. Mit viel Kreativität haben wir ein Ersatzprogramm auf die Beine gestellt, dass sich vor allem auf Online-Formate stützte. Eine lokale Aktion auf dem Leipziger Marktplatz haben wir uns dennoch nicht nehmen lassen.

In diesem Jahr starteten wir außerdem gemeinsam mit der Stadt Leipzig die Aktion „Du bist nicht allein!“ um queeren Menschen in Sachsen, gerade in Zeiten von Kontaktbeschränkungen, zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen.

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Rückblick zum CSD 2020

09. - 17. Juli 2021
„(Un)sichtbar?!“

In diesem Jahr konnten wir endlich wieder demonstrierend den Innenstadtring einnehmen und somit an zentraler Stelle Flagge und Farbe bekennen. Erstmals startete unsere Demo nicht auf dem Marktplatz sondern mit einer stationären Kundgebung im Rosental – um die gebotenen Abstände einhalten zu können – und endete auf dem Augustusplatz.

Das große Straßenfest musste leider auch in diesem Jahr erneut entfallen. Per Livestream wurde aber dennoch ein buntes Programm auf die Beine gestellt und wir haben wieder ein kleines Stück Normalität zurückgewonnen.

Trotz der anhaltenden Einschränkungen konnten wir bei den Teilnehmenden der Demo erneut einen Zuwachs auf 12.000 Personen verzeichnen!
Thematisch stand der CSD in diesem Jahr ganz im Zeichen von Inklusion und Barrierefreiheit, speziell auch innerhalb der queeren Community. Unsere Botschafter:innen waren die Dragqueen BayBJane und das YouTuber-Duo Gewitter im Kopf.

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Rückblick zum CSD 2021

08. - 16. Juli 2022
„30 Jahre CSD Leipzig – Respekt für alle!“

Unter diesem Motto feierten wir unser 30-jähriges Bestehen mit sagenhaften 20.000 Teilnehmenden in diesem Jahr an zentraler Stelle auf dem Leipziger Augustusplatz. Dabei wurden wir von drei Botschafter:innen unterstützt, die sich auf ganz unterschiedliche Art für die queere Community einsetzen und deren Vielfalt repräsentieren: Peter Thürer (Sexualpädagoge und Mitorganisator des ersten Leipziger CSDs 1992), Katharina Oguntoye (Schriftstellerin und Aktivistin) und Fabian Grischkat (Filmemacher und Aktivist).

Erstmals wurde in diesem Jahr der neu geschaffene CSD Leipzig Preis für queeres Engagement verliehen. Anlässlich unseres Jubiläums sogar gleich zwei Mal: an Peter Thürer und an das Queer Refugees Network des RosaLinde Leipzig e.V.

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Rückblick zum CSD 2022

07. - 15. Juli 2023
"The future is queer"

Das rapide Wachstum der Teilnehmendenzahlen nach der Pandemie führte bereits im Vorjahr zu einem neuen, größeren Veranstaltungsort und auch in diesem Jahr fand unser Straßenfest auf dem Augustusplatz statt. Es war wohl der heißeste CSD aller Zeiten mit 36 Grad im Schatten. Entsprechend ging die Anzahl der Demo-Teilnehmer:innen leicht zurück auf 16.000 Menschen.

Doch trotz schweißtreibender Temperaturen haben wir mit unseren Botschafter:innen Barbara Wallbraun (Leipziger Filmemacherin) und Lucas Krzikalla (SC DHfK Leipzig) einen Blick in eine queere Zukunft geworfen.

Den CSD Leipzig Preis für queeres Engagement erhielt in diesem Jahr Gerda Matzel.

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Rückblick zum CSD 2023