Alle CSD in Deutschland haben ihre Wurzeln in den Aufständen queerer Menschen in der Christopher Street in New York im Jahr 1969 (Stonewall Aufstände). CSD waren stets, sind und müssen auch in der Zukunft weiterhin politisch sein.
Dabei gehen wir verschiedene Wege. Manche CSD bestehen aus einer reinen Demonstration, manch andere haben eine Programmwoche oder finden allein in Form eines Straßenfests statt. Alle eint, dass sie klare Forderungen an Politik und Gesellschaft formulieren und auf bestehende Probleme aufmerksam machen. Durch Redebeiträge, durch Musik queerer Künstler:innen, durch Drag-Performances oder andere kreative Formen. Was für manche auf den ersten Blick vielleicht wie ein Fest anmuten mag, ist in Wahrheit hoch politisch – gerade bei uns in Sachsen. Wo Gewalt gegen queere Menschen zunimmt, wo Drag Lesungen mit Pädophilie gleichgesetzt werden, wo queere Menschen nicht unbeschwert leben können, ist die Sichtbarmachung von queerem Leben stets ein Politikum. Dass bei einem teils ganztägigen politischen Bühnenprogramm auch Essen und Trinken verkauft wird oder die Regenbogenflagge, als Symbol der hochpolitischen queeren Bewegung, ändert daran nichts und macht den CSD nicht zu einem Stadtfest.
Die politische Meinungsäußerung steht stets im Vordergrund. Dies scheinen die Landesdirektion Sachsen als obere Versammlungsbehörde und andere Versammlungsbehörden nicht verstanden zu haben, wenn Sie dem Straßenfest des CSD Dresden oder denen anderer CSD im ländlichen Raum den Status einer Versammlung absprechen und somit deren staatlichen Schutz einschränken. Dies erschwert gesellschaftliches Engagement und sendet zudem ein fatales Signal. Gerade in Zeiten, wo Parteien am rechten Rand immer mehr Zulauf erhalten und die Rechte queerer Menschen offen in Frage stellen.
Wir fordern die Landesregierung dazu auf, die Entscheidung der Landesdirektion zu revidieren und alle Versammlungsbehörden im Land anzuweisen, dass sie CSD-Straßenfeste als Versammlung anerkennen.














