CSD-Botschafterin 2026
Wir freuen uns sehr, denn wir können euch heute unsere zweite Botschafterin für den CSD Leipzig 2026 offiziell vorstellen: Luna Möbius. Luna ist Aktivistin, Autorin und Content Creatorin und außerdem ist sie „Sachsen-Anhalts finest rage girl“. Wir sind sehr stolz, dass Luna uns in diesem Jahr auch unterstützt.
Luna steht wie keine andere für Sichtbarkeit in der queeren community und sie ist mit ihrer Expertise vor allem in den sozialen Medien aktiv. Dort spricht Luna alles an, was sie stört, dabei nimmt sie kein Blatt vor den Mund und setzt auch gegen Hater deutliche Zeichen!
In den sozialen Medien, bei öffentlichen Paneltalks oder durch ihre publizistische Arbeit macht Luna vor allem auf die Lebensrealitäten queerer Menschen, insbesondere von trans* Personen, aufmerksam und ermutigt Menschen dazu, ihren eigenen Weg selbstbestimmt zu gehen.
Foto: Gianina Morgenstern
Lunas Grußwort zum CSD Leipzig 2026
Liebe Freund*innen, liebe Leipziger*innen!
Ich möchte die Lage nicht schlechter malen, als sie ist. Und doch müssen wir ehrlich sein: Egal, wo wir uns bewegen, uns schlägt ein sehr rauer Wind entgegen. Ob in Halle, Bautzen, Lutherstadt Wittenberg, ja, auch in Berlin – überall versuchen die Ewiggestrigen, die Verbitterten, uns einzuschüchtern und zu bedrohen. Queere Bars werden angegriffen, Menschen in ihrem Zuhause überfallen. Die Diskussion um die Regenbogenflagge wirkt wie ein einziger Witz dagegen. 400 Neonazis haben wir gemeinsam 2024 am Leipziger Hauptbahnhof blockiert. Und auch an vielen anderen Orten der Republik waren wir deutlich mehr.
So erschreckend und schwer aushaltbar ich die aktuellen Entwicklungen finde, so viel Kraft gibt es mir zu wissen, was wir gemeinsam in den letzten Jahren immer wieder erkämpft haben. Pride ist Protest. Pride ist politisch. Und ich bin so dankbar, gemeinsam mit euch am 18.07. genau das in Leipzig auf die Straßen zu tragen: Unsere Wut. Unseren Mut. Unsere uneingeschränkte Solidarität.
Es erfüllt mich mit Demut und es ist mir eine große Ehre, gemeinsam mit Hape Kerkeling Botschafterin des diesjährigen Leipziger CSD zu sein. Als ich in der Dübener Heide aufwuchs, gab es weit und breit keine Pride. Um in Leipzig teilzunehmen, fuhr ich damals über eine Stunde mit dem Bus und war ganz beseelt von den vielen Menschen, die für nichts anderes auf die Straße gingen, als eine ganz grundlegende Sache: Liebe.
Zu lieben und geliebt zu werden ist doch eines der menschlichsten Bedürfnisse. Umso wichtiger, dass wir uns das nicht nehmen lassen.
Erst recht nicht von Menschen, die selbst nichts haben, außer Hass.
In meinem Heimatbundesland Sachsen-Anhalt steht eine gesichert rechtsextreme Partei in den Umfragen zur diesjährigen Landtagswahl weit an der Spitze, man könnte sich die Haare raufen und verzweifeln. Aber danach sollte uns nicht zumute sein. Ich verstehe, wenn die aktuelle Lage Angst macht, wenn sie uns überfordert, wenn wir uns gar ohnmächtig fühlen.
Drum möchte ich etwas mit euch teilen, was mir extrem viel Kraft und Hoffnung gibt: Nachdem der damalige ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán extra die Verfassung hat ändern lassen, um die Budapest Pride zu verbieten, versammelten sich im letzten Jahr schätzungsweise 250.000 Menschen aus ganz Europa in Budapest zur Pride. “Wird diese eine Demo verboten, werden auch andere Demos verboten.”, hörte ich oft.
Solidarität fängt dort an, wo die eigene Betroffenheit vielleicht noch nicht ganz klar ist, wir aber wissen: Wir machen das hier gemeinsam. Ein Angriff auf eine*n ist ein Angriff auf uns alle. Denn so worthülsig es klingen mag, so wahr ist es auch: Es gibt kein freies Leben, solang wir nicht alle in Freiheit leben können. 250.000 Menschen auf den Straßen Budapests zu sehen, war ein atemberaubendes Bild.
Ein Bild, welches ich nie vergessen werde. Welches wir alle uns viel öfter in Erinnerung rufen sollten.
Die Lage ist dramatisch. Gewaltbereite Rechtsextreme bedrohen uns genauso, wie rechtskonservative Politiker*innen. Und doch werden wir mehr sein. Davon bin ich fest überzeugt. In diesem Jahr gehen wir unter dem Motto “Keine Ruhe, kein zurück – Queere Rechte Stück für Stück!” auf die Straßen. Es könnte kein passenderes Motto für diesen CSD geben.
Wir werden es nicht zulassen, dass unsere Würde weiter angegriffen wird.
Wir werden es nicht zulassen, dass einige Wenige versuchen, uns in die Ecke, aus der Gesellschaft zu drängen.
Ich werde das keinesfalls zulassen. Und ich freue mich so sehr darauf, gemeinsam mit euch zu zeigen, wofür wir stehen: Eine Gesellschaft, die sich nicht vereinnahmen lässt. Die sich nicht täuschen lässt. Die zusammensteht, no matter what!
Nur Liebe und Happy Pride!
Luna
Wir hören uns!
Luna ist als Botschafterin auch zu Gast bei uns im Podcast. In einer Spezialausgabe von Inside CSD Leipzig berichtet Luna über ihre Rolle als Botschafterin bei uns. Sie spricht mit Host Jasmin auch über ihre besondere Verbindung, die sie zum CSD Leipzig hat und warum wir alle noch viel lauter und wütender sein müssen, angesichts der aktuellen politischen Lage in Deutschland. Die Spezialfolge ist ab dem 27.06.26 auf allen Podcastplattformen abrufbar und natürlich auch auf unserer Webseite.
Wir freuen uns sehr, dass wir mit Luna Möbius und Hape Kerkeling zwei sehr starke Persönlichkeiten als Botschafter:innen für den CSD Leipzig 2026 gewinnen konnten. Sie bringen unterschiedliche Erfahrungen und Blickwinkel mit und stehen gemeinsam für die Vielfalt, die unsere Community ausmacht.














