Gedenk- & Aktionstage

Transgender Day of Visibility

31. März 2023

Lesedauer: ca. 2 Minuten
Transfahne auf der CSD Demo 2019
Content-Warnung
Dieser Beitrag enthält Beschreibungen von Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen. Bei manchen Menschen können diese  Themen negative Reaktionen auslösen. Bitte seid achtsam, wenn das bei euch der Fall sein sollte!

Heute ist der “Transgender Day of Visibility”, der Tag der Sichtbarkeit für trans* Menschen.

Wenn das anhand von äußeren Geschlechtsmerkmalen festgelegte Geschlecht nicht mit dem selbst empfundenen Geschlecht übereinstimmt, dann spricht man von trans*, Transgender oder Transidentität. Auch wenn die Begriffe relativ neu sind, so gab es trans* Menschen schon immer. Früheste Nachweise von Menschen, welche vollständig oder teilweise eine andere Geschlechtsidentität annahmen als jene, die ihnen zugewiesen wurde, gehen zurück bis in die Antike. Wissenschaftlich wurde sich erst im 20. Jahrhundert mit Transidentität auseinandergesetzt.

Zwischenzeitlich wurde die Forschung auf diesem Gebiet stark zurückgeworfen. Grund dafür war auch die Machtergreifung der Nationalsozialisten zur Zeit des 2. Weltkriegs. In den letzten Jahrzehnten wird sich wieder intensiver, wissenschaftlich und gesellschaftlich mit Transidentität auseinandergesetzt.

1981 trat in Deutschland das Transsexuellengesetz (TSG) in Kraft. Dieses regelt noch bis heute unter welchen Voraussetzungen das selbst empfundene Geschlecht rechtlich anerkannt wird. In den letzten Jahrzehnten wurden immer wieder Normen des TSG als verfassungswidrig erklärt. So mussten sich trans Personen noch bis 2009 sterilisieren lassen, und noch bis 2011 wurde vorausgesetzt, dass die äußeren Geschlechtsmerkmale durch Operationen angepasst werden.

Diese und weitere extreme Eingriffe in die körperliche und seelische Unversehrtheit von trans* Menschen seitens des Gesetztes sind untragbar für eine aufgeklärte Gesellschaft. Die aktuelle Regierung hat in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt, das TSG durch ein „Selbstbestimmungsgesetz“ ablösen zu wollen. Dieses soll einen menschenwürdigen rechtlichen Rahmen bilden, damit das selbst empfundene Geschlecht offiziell anerkannt wird. Ein erster Gesetzesentwurf wurde mittlerweile vorgestellt. Dieser beinhaltet u.a. Regelungen, die es trans* Menschen deutlich einfacher machen sollen, ihren Vornamen und Geschlechtseintrag zu ändern. Geschlechtsangleichende Eingriffe, wie z.B. eine Hormontherapie oder OPs, werden dabei nicht vorgeschrieben. Über diese Eingriffe können die Betroffenen weiterhin zusammen mit ihren Ärtz:innen selbst entscheiden.

Neben der staatlichen Diskriminierung sind trans Personen meist auch gesellschaftlicher Diskriminierung ausgesetzt. So zeigen verschiedene Studien aus diversen Ländern, dass trans* Menschen unter einer erhöhten Suizidrate leiden. Zurückgeführt wird dies unter anderem auf Mobbing und Diskriminierung, von dem trans Jugendliche deutlich häufiger betroffen sind.

Wir möchten euch zum Abschluss noch ein paar Follow-Empfehlungen ans Herz legen, falls ihr mehr zu diesem Thema erfahren möchtet: